Abnehmen in der Stillzeit: die 5 größten Fehler

Abnehmen nach der Schwangerschaft

Abnehmen nach der Schwangerschaft fällt oft schwer. Kein Wunder, du hast alle Hände voll zu tun in deinem neuen Baby-Alltag. Aber es hält sich hartnäckig folgendes Gerücht:

In der Schwangerschaft nimmst du zu und in der Stillzeit nimmst du alle angefutterten Pfunde ganz schnell wieder ab.

Bei mir traf das allerdings nicht zu. Ganz im Gegenteil. Ein paar Tage nach der Geburt wog ich nur zwei Kilo mehr als vor der Schwangerschaft. Zwei Monate später waren es acht.

Was war geschehen?

Ich hatte mir Stillreserven angefuttert. So erklärte mir das meine Hebamme. Mein Körper speicherte Energie für schlechte Zeiten, damit ich mein Baby auch mit Milch versorgen konnte, wenn die Nahrung einmal knapp werden würde. Soweit, so schlau von Mutter Natur.

Jetzt ist es nicht so, dass ich normalerweise immerzu hart an meinem Körper arbeite, nur noch Rohkost esse und jeden Tag meine Fitnessübungen absolviere. Das Thema Gewicht spielte bis zu meiner Schwangerschaft eigentlich keine nennenswerte Rolle in meinem Leben. Auch die bevorstehende Gewichtszunahme in der Schwangerschaft machte mir keine Angst. Denn ich nahm an, dass ich schon bald nach der Geburt ganz die Alte sein würde.

Falsch gedacht

Es waren nicht der noch weiche Bauch oder die Schwangerschaftsstreifen, die mich störten. Die gehören eben dazu. Aber mein Gesicht sah anders aus. Eine Nachbarin nannte mich „fraulicher“. Und ich lief weiterhin in meinen Schwangerschaftsblusen* und Kleidern herum, denn nichts anderes passte.

Mit der relativ plötzlichen Veränderung fühlte ich mich nicht wohl. Wenn du dein Leben lang mit einem mehr oder weniger unveränderten Körperbau verbringst, dann vermisst du ihn schnell, wenn er sich verabschiedet und einem ganz anderen Körper Platz macht.

Und was habe ich dagegen getan? Eigentlich nicht so viel, aber ich kann dir verraten, was du vielleicht besser nicht tun solltest.

<<Klicke hier für meine top Hilfsmittel im Baby-Alltag>>

1. Die Ernährung umstellen

Eine Zeit lang war ich so unzufrieden mit meinem Körper, dass ich mir vornahm, keine Süßigkeiten mehr zu essen. Das mag für dich jetzt vielleicht nicht das große Ding sein. Für mich hieß das aber großen Verzicht. Ich hatte ständig Hunger auf Süßes. Wenn ich morgens von Klein R. geweckt wurde, wollte ich Schokolade essen. Nach dem Mittagessen griff ich noch in die Keksdose. Und zwischendurch hätte ich eine ganze Packung Rocher oder Toffifee leeren können – was oft auch passiert ist.

Also dachte ich mir, wenn ich die Süßigkeiten einfach weglassen würde, könnte ich bald vielleicht wieder in meine normale Kleidung passen. Ich habe es zwei oder drei Mal versucht – und musste jeweils nach ein paar Tagen einsehen, dass es nicht funktioniert. Die ersten zwei Tage war der Verzicht kein Problem. Ich aß ganz normal weiter wie bisher, ließ aber jegliche Süßigkeiten weg. Spätestens am dritten Tag musste ich aufgeben. Riesen Kohldampf und Appetit trieben mich dann wieder in die Küche, um alles zu essen, was viel Zucker und Kohlenhydrate hat. Viel Energie eben.

Denn wenn du stillst, hat es einen guten Grund, dass du vermehrt Hunger hast. Stillende Mütter haben einen zusätzlichen Kalorienbedarf von bis zu 600 Kalorien am Tag! Die Natur sorgt also dafür, dass sowohl dir als auch deinem Baby genug Energie zur Verfügung steht. Und nimmt dabei natürlich keine Rücksicht darauf, ob du mit den Folgen des ständigen Hungers gut leben kannst.

Also, gehe deinem Hungergefühl nach, versuche neben dem ganzen Süßkram auch Obst und Gemüse zu essen und lass deine Speckröllchen ein bisschen in Ruhe. Es ist gut, dass sie da sind!

2. Vergleiche mit anderen

Die meisten Mütter, die ich kenne, sahen ein paar Monate nach der Geburt fast so aus wie vorher. Dass ich hingegen durchs Stillen von Konfektionsgröße 36 auf 40 gekommen war, frustrierte mich. Ich hörte dann aber ganz schnell wieder auf mit dem Vergleichen. Denn das tat mir und meiner Stimmung gar nicht gut. Jeder Körper ist anders, sowohl vor als auch nach einer Schwangerschaft. Und wie dein Körper auf die Stillhormone reagiert, ist auch sehr individuell.

3. Weiterhin Schwangerschaftskleidung tragen

Ich lief also weiterhin in meinen Klamotten aus der Schwangerschaft herum und hatte nur eine Handvoll Blusen und Kleider zur Auswahl. Dazu kombiniert eich immer nur schwarze Leggings*. Jeden Tag. Manche Teile waren schon ziemlich abgetragen oder vom Babybauch ausgebeult.

Auch wenn du fest vorhast, irgendwann wieder in deine alten Sachen zu passen: Mach es dir nicht so schwer und kaufe dir ein paar Teile in einer anderen Kleidergröße. Du wirst dich garantiert gleich wohler fühlen.

4. Unter Druck setzen

Ich habe von frisch gebackenen Müttern ein paar Mal den Satz gehört: „Bis zum Urlaub will ich meine alte Figur zurückhaben.“ Eigentlich haben wir Mamas ab dem Zeitpunkt der Geburt ja genug Stress. Wenn du dir dann noch einen festen Zeitplan setzt, bis wann du wieder aussehen willst wie vor der Schwangerschaft, baut das ganz schön viel Druck auf, der zusätzlich stresst.

Mir hat es geholfen zu wissen, dass das Gewicht nach dem Abstillen meist von allein wieder nach unten geht. Und ich wollte die Länge der Stillzeit sicher nicht von ein paar Speckröllchen abhängig machen! Abnehmen nach der Schwangerschaft sollte dir nicht zusätzlichen Stress bescheren!

5. Zum Abnehmen nach der Schwangerschaft vorzeitig abstillen

Man könnte schnell auf die Idee kommen, vorzeitig abzustillen, damit sich der Hormonhaushalt normalisiert und der Körper in seine alte Form zurückkehrt. Jede muss selbst entscheiden, wie lange sie stillen möchte. Aber ein paar zusätzliche Pfunde sind, für mich persönlich, ein schlechter Grund zum Abstillen, wenn man die vielen Vorteile betrachtet, die das Stillen deinem Baby und auch dir bietet. Abnehmen in der Stillzeit ist also nicht unbedingt die beste Idee!

6. Bodyblaming

Dein Körper hat in der Schwangerschaft ein wahres Wunder vollbracht. Er hat in unter einem Jahr aus zwei klitzekleinen Zellen einen ganzen Menschen gebaut und ihn anschließend mit unglaublicher Kraftanstrengung geboren. Und in der Stillzeit versorgt dein Körper diesen kleinen Menschen mit allem, was er zum Überleben braucht. Sei stolz darauf, was dein Körper bisher geleistet hat! Wenn ich mich unwohl fühle, versuche ich daran zu denken, was mein Körper geschafft hat und schon bin ich ganz versöhnlich mit ihm. Und stolz, was mein Körper für Superkräfte hat!

Ich habe inzwischen meinen Frieden mit meinem neuen Körper geschlossen. Entweder wird er irgendwann wieder ein bisschen so wie früher oder er bleibt, wie er ist. Und ist damit eine Erinnerung an meine Schwangerschaft, die ich immer bei mir trage. Und wenn ich schlecht drauf bin, gönne ich mir etwas Me-Time statt mich über Dinge zu ärgern, die ich sowieso gerade nicht ändern kann. Abnehmen nach der Schwangerschaft hat auch noch Zeit bis morgen! Oder eben übermorgen!

Mich hat der Instagram-Account „Love your lines“ sehr inspiriert. Hier zeigen Mütter die Spuren ihrer Schwangerschaft – voller Stolz und ohne falsche Eitelkeit.

Wie sieht’s bei dir aus? Trägst du noch Babyspeckröllchen mit dir herum und wie gehst du damit um?

Affiliate Link*

4 Gedanken zu “Abnehmen in der Stillzeit: die 5 größten Fehler

  1. Hallo,
    ein toller Artikel. Besonders gern mag ich den Satz „Und stolz was mein Körper für Superkräfte hat.“ Die wenigsten wissen ja was der Körper in der Stillzeit leistet und wie schwierig es ist dabei noch entspannt, ausgeglichen und fröhlich zu sein, denn das ist ebenfalls sehr wichtig für die Entwicklung meines Kindes.
    In den ersten Stilltagen habe ich täglich eine Tafel Schokolade gegessen, manchmal zwei. Dann haben wir leider herausgefunden, dass die Schokolade die Blähungen der kleinen Maus verstärkt. Um aber trotzdem meinen Bedarf an Fett zu decken, der in der Schwangerschaft nunmal hoch ist, esse ich nun häufig Avocados und mindestens zweimal pro Woche fetten Fisch. Außerdem esse ich jeden Tag Kuchen. Der macht nämlich glücklich 😉

    Liebe Grüße
    Nanni

    1. Liebe Nanni,

      da hast du recht, Kuchen macht defintiv glücklich und sollte definitiv ab und an auf den Speiseplan gehören 😉

      Liebe Grüße!

  2. Dieser Beitrag kommt gerade wie gerufen! Ich habe auch seit der Geburt meines 3. Sohnes Anfang Oktober 6 Kilo zugenommen und schiebe totale Panik darüber…

    Der Beitrag hilft mir ein wenig runter zu kommen und nicht wie ich eigentlich vor hatte, meine Ernährung komplett umzustellen ( ich wurde regelrecht zum Kuchen, Schokolade und Butter – Junkie)
    Es tut gut zu wissen, dass auch andere Mamas mit diesem Problem kämpfen und man nicht so fühlt. Am schönsten finde ich, dass der Beitrag motoviert und aufbaut…also mich auf jeden Fall! DANKE

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*